"Symbolik des Schlosses vergleichbar mit Frauenkirche"
Leserbrief von Marcus Else  -  03.11.2005  (u.a. an Braunschweiger Zeitung)

Sehr geehrt Damen und Herren,

unser Oberbürgermeister spricht: "Symbolik des Schlosses vergleichbar mit
Frauenkirche". Er vergleicht also das vollständig wiederhergestellte
Gotteshaus in Dresden mit dem in Braunschweig entstehenden Konsumtempel, dem
nur eine Teilfassadennachbildung des Braunschweiger Residenzschlosses
vorgesetzt werden soll. Ein Vergleich der Bauwerke kann nicht nur auf das
Schließen von Wunden reduziert werden. Die Symbolik der Dresdner
Frauenkirche, die mit Hilfe einer internationalen Gemeinschaft
wiedererstanden ist, ist die Versöhnung. Der Kaufhausbau in Braunschweig ist
ein von einer Einstimmenmehrheit durchgedrücktes Projekt. Ein großer Teil
der Bevölkerung hat sich erfolglos dagegen gewehrt.
Die Schlossarkaden werden auch keine Wunden schließen, sondern neue
aufreißen. Oder werden H&M in der Burgpassage oder Thalia, noch nicht einmal
eingezogen, im Sinn-Leffers-Haus bleiben, wenn sie ihre Filialen im
ECE-Center eröffnen? Wie sollen durch solche Umzüge neue Arbeitsplätze
entstehen? Was wird mit den Ladenflächen der Fußgängerzone passsieren?
Mit seinem verfehlten Vergleich beleidigt der Braunschweiger
Oberbürgermeister die vielen Menschen, die durch Taten und Spenden den
großartigen Wiederaufbau der Frauenkiche in Dresden ermöglicht haben!


Markus Else


http://www.schlosspark-braunschweig.de